Warum der Tagschlaf die Nacht beeinflusst.

„Lass dein Kind mal länger wach, dann wird es in der Nacht besser schlafen, schließlich ist es erst dann so richtig müde“.

Kennt ihr diesen oder ähnliche Ratschläge?

Ich kann euch sagen, dass es keine Besserung bringt, wenn ihr euer Kind länger wach lasst oder es weniger Schlaf am Tag bekommt, als es eigentlich bräuchte.

Euer Kind braucht diese Erholungsphasen in Form von Schlafpausen. Sie sind sehr wichtig, um die neuen Eindrücke zu verarbeiten und um Kraft zu tanken.

Wenn euer Kind in die Übermüdung kommt, dann wird durch diese, ein Stresshormon in der Nebennierenrinde freigesetzt. Es nennt sich Cortisol. Durch die Ausschüttung wird die Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit gesteigert. Ist nun am Abend noch viel von dem Cortisol in der Blutbahn, dann kann es zu Ein-und Durchschlafschwierigkeiten führen. Der gesamte Körper ist „in Alarmbereitschaft“ und kann sich nicht gut entspannen. Bei Gefahr schlafen, wäre für die Steinzeitmenschen unmöglich gewesen und dieser Ur-Instinkt ist immer noch in uns.

Bedeutet: Um so mehr ihr auf den individuellen Schlafbedarf eures Kindes achtet, ihm seine benötigten Schlafpausen im Alltag anbietet, umso ruhiger werden die Nächte und umso entspannter auch die Einschlafsituation. Mir ist wichtig, hier zu betonen, dass jedes Kind einen anderen Schlafbedarf hat. Wir können uns an Durchschnittswerten orientieren und vielleicht schauen, ob diese bei unserem Kind in dem Moment passen. Aber ich kann euch sagen, es gibt immer Abweichungen und eigentlich kann euch nur euer Kind mitteilen, wie viel Schlaf es braucht.

Muss ich mich verrückt machen? Nein, es geht vielmehr darum eine ständige Übermüdung zu vermeiden.

Was kann dir helfen?

· Achte auf die Müdigkeitszeichen deines Kindes.

· Wie lang sind die Wachzeiten zwischen den Schläfchen?

· Biete auch Unterwegs eine Schlafmöglichkeit an, damit es eine Schlafpause annehmen kann.

· Führe, wenn du möchtest ein Schlafprotokoll